Das Fischen
Meine Vorbereitungen für das Angeln während des Törns hatte ich ja vorher schon beschrieben. An Bord hat die Crew auch bereits einen leichten Erfolgsdruck aufgebaut. Der Küchenchef hat Sesam eingekauft und das Filetiermesser ist geschärft. Aufgrund der eingeschränkten Kühlmöglichkeit an Bord ist auch nicht soviel Fleisch eingekauft worden. Es wäre also alles bereit für Sushi, in der Pantry zumindest.
In der Vorbereitungswoche wurden schon Wetten abgeschlossen, bei welchem Seemeilenstand der erste Fisch von mir an Bord geholt wurde. Es gab Optimisten mit 132 sm und nicht so ganz optimistische Vertreter mit 1230 sm. In einer Vorbereitungsveranstaltung der ARC sprach man von ca. 1.000 sm für den ersten Fisch, verbunden mit der Weisheit "Große Köder - große Fische / kleine Köder - kleine Fische"
Im lokalen Angelgeschäft habe ich mich noch schnell mit einem lokalen Köder versorgt, von dem der Verkäufer besonders schwärmte. Er wirkte relativ groß, aber das wird schon klappen, dachte ich mir.
Nach dem ganzen Gewusel am Start ging ich dann frohen Mutes an das Werk und schleppte fröhlich in dem ganzen Regattafeld und noch unter Landsicht meinen neuen Köder hinter mir her. Nach 20 Minuten kam der erste Biß. Wow, das geht aber schnell, nur noch an Bord holen. Plötzlich war der Fisch weg, da saß der Haken wohl nicht richtig. Also wieder raus damit, auf ein Neues. Das Boot wurde direkt in den Fischempfangsmodus gesetzt, der Kescher hochgeholt, die Pütz bereitgestellt und Horst, der Optimist freute sich schon.
Dann kam der zweite Biß und der kam kräftig ! Die Bremse rauschte durch und ich gab dem Fisch erst mal Raum zum Toben. Dann stellte ich die Bremse stärker ein....noch stärker......es rauschte weiter aus. Als die Bremse auf 100% stand und der Fisch weiter abhaute, kamen mir doch leichte Zweifel, ob das noch mein Kaliber ist.
Die Charisma rauschte ja mit Spinnaker unter 8 Knoten, also fast Rumpfgeschwindigkeit, dahin. Den Versuch Constantin und die Crew zum Beidrehen zu überreden, habe ich nach Bruchteilen von Sekunden verworfen. Inzwischen war die Angelschnur gespannt wie eine Klaviersaite und ich musste mich entscheiden zwischen dem Risiko eventuell die ganze Schnur zu verlieren oder jetzt die Schnur zu kappen. Also kappte ich die Schnur und der Fisch hatte gewonnen.
Nach unseren aktuellen Schätzungen war dies mindestens ein 1 Meter langer Thunfisch, oder so ;-)
Nun habe ich schon ein paar weitere Versuche getätigt, aber bisher noch kein weiterer Biß. Ja, die Köder sind kleiner geworden......
Wie wir mit dieser harten Situation ohne Sushi in der Küche auskommen, erzähle ich demnächst.
froody am 25. November 16
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